Rumänienreise

07.06. - 16.06.2018

Reisebericht von Martina Höllein


Das Gelände

Das Gelände auf dem Gabi die geretteten Hunde und Katzen untergebracht hat, befindet sich am Ende einer Wohnsiedlung. Zwischen einer Autobahn und einer Müllkippe. Zu erreichen ist das Gelände über eine holprige Sandstraße.

Das Gelände gehört Gabi nicht. Sie darf es nutzen, um die geretteten Tiere zu versorgen!

Knapp 80 Hunde und 35 Katzen, 4 kleine Ziegen 2 Pferde (Dan und Doina) und Ziege Veronique- die, so vermuten wir, im falschen Körper geboren ist...denn eigentlich ist sie ein Hund 😊

Das Wasser für die Versorgung kommt aus einem Erdloch, und wird über eine Pumpe und einen Generator jeden Tag in 3 Regenfässer gefüllt. Offiziell gibt es keinen Strom auf dem Gelände.

 

Eine neue Pumpe wird benötigt werden, die jetzige ist vom Nachbarn geborgt- der möchte sie jetzt zurück haben.

 

Es gibt keine Angestellten wie in einem Tierheim. Es gibt Gabi, Niculae und Herr Bucur. Sie sorgen für alle geretteten Tiere. Hilfe bekommen Sie durch die Kinder der Nachbarschaft, die dabei helfen das Wasser zu wechseln, die Welpen zu beknuddeln und zu füttern.

Ein Teil der Hunde lebt an der Kette oder in provisorischen Gehegen. Der Großteil wuselt frei -

wie auch die Ziege und die Pferde.

Die Gemeinde hat beschlossen Hundefänger für die Strassenhunde einzusetzen, daher bestand die Hauptaufgabe darin, das Gelände einzuzäunen und dafür zu sorgen, dass die Hunde nicht aus dem Gelände kommen.


Die Einzäunung

Das Material und die Zäune hatten wir vor 2 Wochen bestellt. Es wurde fleißig gewerkelt. Der Nachbar hat die im Weg befindlichen Sandberge noch planiert, damit der Zaun gezogen werden kann. Jetzt ist das Gelände komplett eingezäunt.

 

Dennoch ist das keine endgültige Lösung. Es wird ein neues Gelände benötigt werden, ein erschlossenes Gelände mit Strom und Wasser. Unsere Idee mit dem Bürgermeister zu sprechen, haben wir verworfen. Er ist derjenige, der die Hundefänger nach Copaceni holt und auch die Idee in die Welt gesetzt hat, eine Aufbewahrungs-/ Tötungsstation bei Copaceni zu errichten. Wir haben Adressen von Gabi erhalten, wo Grundstücke zum Verkauf stehen. Wir werden suchen und sparen. Wenn sich jemand darin auskennt...Hilfe bei der Suche  ist ganz herzlich willkommen.


tägliche Arbeiten auf dem Gelände

Die Temperaturen schwanken derzeit zwischen 30°C und 35°C. Es gibt kaum Schatten auf dem Gelände. Bäume gibt es nicht. Tagsüber verstecken sich die Tiere dort wo sie Schatten finden oder in den Hütten.

  • das Wasser muß 2 mal gewechselt werden, da man nach 4 Stunden damit kochen könnte.
  • die Haufen müssen eingesammelt werden
  • Reparaturen von Hütten und Dächern
  • die Käfige, wo die neuen Katzen untergebracht sind müssen gesäubert werden
  • die Fütterung aller, die Welpen 2 mal am Tag
  • Versorgung der Pferde und Ziege
  • Regentonnen mit Wasser befüllen
  • Tierarztbesuche und Kastrationen

Schicksale

Dana & Debbi

2016 haben wir die Beiden kennen gelernt. Sie leben an der Schnellstraße 5 Richtung Jilava. Gefüttert werden sie von einer dort lebenden Frau. Leider haben wir nur Dana angetroffen als wir da waren. Wir können nur hoffen, dass es Debbi gut geht.

John- (Jonny Walker, wie er gern von Niculae genannt wird 😊)

 

Vor einigen Wochen hatte Gabi ihn aufgelesen auf der Straße. Wir dachten er hatte einen Autounfall, da 2 seiner Zehen fehlten und die Pfote wund war. Es stellte sich heraus, dass es kein Unfall war. John leidet unter sich selbst. Er ist gegen sich selbst aggressiv. Das steigerte sich am 2 Tag unserer Ankunft so sehr, dass er sich die andere Pfote und seinen Schwanz wundgebissen hat. Wir waren mit ihm beim Tierarzt und haben seine Wunden versorgen lassen. Die Wunden werden heilen...jedoch ist seine seelische Zufriedenheit wichtiger denn je. Er benötigt Liebe...viel Liebe, Aufmerksamkeit und Zuwendung. John ist ca. 7 Monate alt. Er ist aufmerksam, verträglich, unheimlich freundlich und sucht immer die Nähe zu einer Bezugsperson. Er lebt jetzt unter den anderen Hunden und Katzen, hoffen wir, dass wir schnell einen Platz für ihn finden können...denn dort wird er uns eingehen, da er nicht die Aufmerksamkeit und Zuwendung bekommen kann, die er eigentlich bräuchte.

 

Mandy

Sie ist die Mama der 3 Schönheiten Wendy, Sandy und Candy. Sie ist ca. 7 Jahre alt jetzt. Ihr Kinder haben ein Zuhause gefunden. Mandy hat stark abgebaut. Sie hat eine Verletzung im Rücken und durch das viele Springen hat sie eine Stauchung im Becken. Sie liegt die meiste Zeit und ist gern mit Jonny zusammen. Die Tierärztin kann nichts für sie tun, außer Schmerzmittel verabreichen.

Curaj

Im November 2017 mitten in der Nacht fand sie ihn in einem Stück Wald an der Schnellstraße, von einem Auto überfahren, die Beine zertrümmert. 3 Operationen waren nötig, viel Fürsorge und Liebe, damit er die Kraft fand weiter zu machen. Gabi hat getan was sie konnte und Curaj hat überlebt. Er lebte eine Weile frei auf dem Gelände. Mit zunehmender Stabilität und Genesung wurde er mutig und selbstsicher und fing an die Katzen zu jagen, dann zu beißen. Er lebt jetzt auf dem hinteren Teil des Grundstücks, an der Kette und er bellt viel weil er sich nach Aufmerksamkeit sehnt. Vielleicht findet er noch seinen Menschen, denn er ist ein Hund für die Seele.

Martinica

Ein kleines Herzchen von ca. 10 Wochen. Sie saß allein an einer Futterstelle, die wir nachts auf unserem Nachhauseweg immer angefahren haben. Wie sie dort hingekommen ist, wissen wir nicht, Geschwister waren nicht dabei und eine Mamahündin haben wir auch nicht gesehen. Ob uns jemand beim Füttern beobachtet hat und sie mit Absicht dort hingesetzt hat ? Wir fahren jetzt das 3. Jahr nach Rumänien und halten mittlerweile Alles für möglich.

Dan und Doina (Pferde)

Dan wurde damals auf der Müllkippe eingesammelt...er hatte ausgedient. Schaut man ihn sich jetzt an, ist er ein gut aussehender Senior geworden.

Doina ist seine Lebensgefährtin. Dan verteidigt sie mit allem was er hat. Auch mit Beißen. Die Erfahrungen mit seinen Zähnen haben schon einige gemacht. Doina sieht schlimm aus. Sie wurde als Arbeitspferd benutzt und dann von einem Auto abgeladen. Ihr Beine sind kaputt, sie ist ein Gerippe, wobei sie bei ihrer Ankunft noch wesentlich schlimmer aussah.

Dan liebt sie.

die Hunde an der Sandstation

es sind weniger geworden. Viele sind durch nicht behandelte Wunden und Krankheiten gestorben.

Wir haben 6 gezählt. Sie leben jetzt innerhalb des Geländes dort. Hoffen wir, dass es so bleibt.

Cheyenne

die kleine Cheyenne hat sich dem Schäfer angeschlossen. Der Schäfer treibt die Schafe jeden 2. Tag an dem Gelände vorbei. Cheyenne hat schon immer am Zaun gesessen und interessiert zugeschaut. Die Hunde des Schäfers sind gepflegt und sehr lieb. Er behandelt sie sehr gut. Cheyenne fühlt sich wohl dort und ist ein ganz braves Mädchen. Auch hier hilft Gabi mit dem Futter für die Hunde aus und hat ein Auge auf Cheyenne. Sie bleibt dort.

 

... und das sind die Neuen bei Gabi

  • 2 Katzenfamilien mit a 3 kleinen Kitte
  • 1 neue Katze
  • eine Mamahündin mit 2 Welpen
  • dem vermutlichen Papa dazu
  • noch ein kleines Welpenmädchen - Martinica
  • eine Schäferhündin (kam am letzten Tag)
  • 4 kleine schwarze Welpen (der Bauer der das Heu brachte, brachte sie mit)

Fazit: 18 Tiere in 8 Tagen

 

Entwurmungen, Tierarzt, Futter, Kastrationen

wir haben viel Futter gekauft, eine Kastrationsrechnung von 25 Tieren übernommen, neue Trinkwassereimer und Putzmittel gekauft, Entwurmungen für alle Hnde und Katzen (auch die an der Sandstation) gekauft

Rechnungen

... Zuzavet, Kastrationen, diverse Behandlungskosten, Parasitenmittel, Medizinisches, und natürlich dürfen viele Leckereien für Hund´, Katz´, die Pferde Dan & Doina und Ziege Veronique, nicht fehlen!


Besuch bei Antoneta

Antoneta ist eine Dame von 90 Jahren. Sie lebt in Bukarest und war eine aktive Tierschützerin , die den Tieren immer geholfen hat. Viele Tiere leben noch bei ihr (15 Hunde und 13 Katzen)

Gabi unterstützt sie. Sie hat sonst keine Hilfe. So sieht es leider in ihre kleinen Haus und auf dem Grundstück aus.

Wir waren den ganzen Tag dort und haben geputzt, geschrubbt, Müll eingesammelt, uns mit den Tieren beschäftigt, Bilder und Beschreibungen von denen gemacht, die noch die Chance auf ein Zuhause haben könnten.

Nicht alle, denn viele sind alt.


Besuch bei Camelia

Auch Camelia haben wir besucht.

Ein wenig Futter für die Tiere haben wir mitgebracht. Eigentlich wollten wir die Zeit nutzen, um uns mal etwas kennen zu lernen, wie auch die Hunde und Katzen bei Camelia...doch das sollte einfach nicht sein. Katze Annabelle hatte einen Unfall. Da Camelia ca. 70 km entfernt von Bukarest wohnt, es dort keinen Tierarzt gibt, Camelia kein Auto hat...liegt Annabelle seit einer Woche auf einem Bett ohne sich bewegen zu können mit den Hinterbeinen. Wir haben Camelia und Annabelle ins Auto gepackt und sind in die Tierklinik gefahren. Nach der Untersuchung stellte sich heraus, dass sie ein gebrochenes Rückrat hat. Die Kosten für die Untersuchung haben wir übernommen. Bei Hund Ciprian wurden Herzwürmer festgestellt, auch für diese Behandlung haben wir finanzielle Hilfe da gelassen.


Besuch bei Christina

 

Christina wohnt in Bukarest. Wir helfen bei ihr mit Futter aus. Hatten wir auch vor unserer Reise noch bestellt.

 

Bei ihr leben auch in etwa 30 Hunde und 30 Katzen.

Christina hat rumänische Spezialitäten für uns gekocht...traumhaft hat es geschmeckt....ein voller Magen nach einer Woche.


Zum Abschied

haben wir gestern Abend Pizza für alle Kinder und Helfer in Copaceni bestellt und für die Hunde gab es frisches Fleisch. Es war ein richtig schöner Abend in Copaceni.

 


 

♥♥♥ Wir bedanken uns sehr bei Gabi, bei Niculae, bei Herrn Bucur

und bei den ganzen Helfern !!! ♥♥♥

 

Sie retten das Leben vieler Tiere, die sonst keine Chance auf Leben hätten.

 

Sie sind am Rande ihrer Möglichkeiten, tun aber dennoch alles was möglich ist.

Manchmal ist es kaum auszuhalten, Leben & Tod, Mut & Verzweiflung liegen so eng beieinander.

 

Uns ging es auch so, so viel Elend haben wir gesehen...aber auch viel Elend verhindert.

 

♥♥♥ zu guter Letzt, gilt natürlich unser Dank auch euch !!! ♥♥♥


Ohne eure tatkräftige Unterstützung wäre unsere Arbeit gar nicht erst möglich. Lasst uns weiterhin zusammen helfen, denn nur dann können auch unsere Tierschutzengel in Rumänien weiter helfen.