Bukarest Bellas Reise
02.05. – 09.05.2026
Bericht von Tina
Nach Hause kommen.
Die Sehnsucht nagt am Herzen.
Manchmal zerreißt sie es beinahe.
Alle drei Monate versuche ich, in unserem Yard zu sein. Doch selbst drei Monate fühlen sich manchmal an wie eine kleine Ewigkeit.
In den letzten Tagen vor der Reise beginne ich, die Stunden zu zählen. Mit jedem Tag wächst dieses Kribbeln, dieses tiefe Ziehen im Inneren. Denn es fühlt sich nicht an wie eine Reise.
Es fühlt sich an wie Heimkommen.
Unser Yard ist kein tristes Shelter. Er lebt von Liebe, Hoffnung und diesem besonderen Licht in den Augen der Tiere. Von kleinen Seelen, die trotz allem niemals aufgehört haben zu vertrauen.
Und selbst wenn ich dort alleine bin, fühle ich mich nie einsam. Eher so, als würde ich mitten in einer großen Familie stehen.
Natürlich schafft man alleine niemals das, was möglich wird, wenn Menschen wie Mia, Petra und Tanja mit vor Ort sind. Gefühlt hundert Hände packten an, während fünfzig Beine durch den Yard flitzten – immer auf der Suche nach der nächsten Aufgabe. Hand in Hand.
Ein Verstehen ohne viele Worte. Genau das machte diese Reise so unbeschreiblich besonders.
Zum ersten Mal trat ich den Heimweg mit einem ruhigeren Herzen an. Überwältigt von allem, was wir gemeinsam geschafft haben. Davon, wie viel Nähe, Zeit und Liebe wir den Tieren schenken konnten.
Und noch mehr davon, wie viel sie uns zurückgeben.
Denn in einer Welt, die für Straßentiere oft voller Leid und Dunkelheit ist, schenken genau diese Tiere Hoffnung. Jeden einzelnen Tag.
Und jetzt?
Jetzt werde ich schon wieder ungeduldig.
Zähle erneut die Wochen.
Denn im August darf ich wieder hin.
Zurück nach Hause.