Bukarest Bellas Reise

02.05. – 09.05.2026

Bericht von Tanja 

 

Für mich war diese Reise nach Rumänien die erste Tierschutzreise überhaupt.

Dementsprechend groß war die Aufregung vorher. Was würde mich erwarten? Würde ich mit den Gegebenheiten zurechtkommen? Würde ich die Bilder und Erlebnisse aushalten können, die nicht nur schön sind?

 

Doch gleich nach meiner Ankunft im Yard durfte ich alle Sorgen über Bord werfen. Der fröhliche und bezaubernde Luca, der herzliche Empfang von Gabi und dieses unmittelbare Gefühl willkommen zu sein – all das ließ mich sofort ankommen.

 

Die Tage im Yard sind lang, keine Frage. Aber da jeder auch mal seine kleinen Pausen nehmen konnte, war das für mich überhaupt kein Problem. Und ganz ehrlich: Gibt es etwas Schöneres, als sein Käsebrot mit Luca oder Joker zu teilen?

 

Die Arbeit selbst fühlte sich nie wie Belastung an. Im Gegenteil. Oft war ich hin- und hergerissen zwischen all den Dingen, die noch erledigt werden mussten, und dem Wunsch, einfach Zeit mit den Tieren zu verbringen.

 

Genau diese Momente waren es, die mich tief berührt haben. Einfach bei ihnen sitzen. Zeit schenken. Aufmerksamkeit schenken. Nähe zulassen. Das Vertrauen in ihren Augen sehen. Diese Augenblicke haben mir unglaublich viel gegeben und werden für immer unvergessen bleiben.

 

Schon vor der Reise war ich der Meinung, dass nicht jedes Tier „gerettet“ werden muss. Viele Tiere leben zufrieden so, wie sie leben – und genau das hat sich für mich in Rumänien bestätigt. Tierschutz bedeutet nicht nur Rettung. Tierschutz bedeutet vor allem Prävention, Aufklärung und langfristiges Umdenken.

 

Viele Menschen dort besitzen selbst kaum etwas. Oft fehlt es nicht am Herzen, sondern an Wissen, Möglichkeiten und Unterstützung. Deshalb sind Aufklärungsarbeit, das Fördern von Verantwortung und vor allem Kastrationen so unglaublich wichtig. Genau das ist es, was langfristig wirklich hilft.

 

Natürlich habe ich auch großes Leid gesehen. Bilder und Momente, die Zeit brauchen, um verarbeitet zu werden. Dieses Gefühl aus Traurigkeit, Wut und Ohnmacht zugleich. Man möchte helfen, retten und alles verändern – und merkt doch, wie begrenzt die eigenen Möglichkeiten manchmal sind.

 

Und trotzdem bleibt am Ende vor allem eines:

Dankbarkeit.

 

Dankbarkeit für jeden einzelnen Tag. Für das Funkeln in den Augen der Tiere. Für eifrig wackelnde Ruten, erwartungsvolles Bellen und zufriedenes Schnurren. Für kleine Köpfchen, die sich vertrauensvoll in meine Hand geschmiegt haben. Und natürlich auch für das fröhliche Hüpfen von Zar.

 

Diese Reise war voller intensiver Erlebnisse, besonderer Begegnungen und Gespräche, die zum Nachdenken anregen. Erinnerungen, die bleiben. Gefühle, die man nicht vergisst.

 

Ich bin dankbar, all das erlebt haben zu dürfen.